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Berichte von der Konferenz "Meeting C++ 2013"



Von Detlef Wilkening

03.06.2013
Ich werde einen Vortrag auf der "Meeting C++ 2013" halten
Auch dieses Jahr werde ich wieder einen Vortrag auf der "Meeting C++" halten. Die "Meeting C++ 2013" findet diesmal am 8/9.11.2003 im Lindner-Kongreßhotel in Düsseldorf statt.

Im Gegensatz zum letzten Jahr werde ich diesmal nicht speziell auf C++11 eingehen, sondern mich der Template Meta-Programmierung in C++ widmen. Selbst wenn das Thema nicht ganz trivial und auch nicht das normale C++ "Geschäft" ist - ich habe vor, an einigen halbwegs einfachen praktischen Beispielen in die Template Meta-Programmierung einzuführen. Neben einer kurzen Einführung und der Vorstellung einiger grundlegenden Techniken (vielleicht "If" und "Iteration durch Rekusion") schweben mir die Vorstellung einiger einfacher "Real-Life" Beispiele aus meinen letzten Programmier-Jahren vor. Mal sehen, was ich so in 60 Minuten unterbringen kann.

Wie letztes Jahr, haben wir wieder vor alle Vorträge aufzuzeichnen und ins Netz zu stellen. Aber letztes Jahr war das nicht sehr erfolgreich. Obwohl wir dieses Jahr vorhaben besser vorbereitet zu sein, habe ich doch meine Bedenken - gute Video-Aufzeichnung mit gutem Ton sind nicht trivial. Nicht umsonst gibt es extra Berufe für Kamera- und Ton-Technik. Aber seien wir mal optimistisch.
09.11.2013
Meeting C++ 2013 ist vorbei
"Meeting C++ 2013" ist vorbei. Wieder einmal vielen Dank an Jens Weller von Code Node, der quasi im Alleingang diese Konferenz organisiert hat. Ich denke, sie war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg. Jedenfalls waren alle, mit denen ich geredet habe dieser Meinung. Und ich selber fand sie wieder zwar auch anstrengend aber eben auch sehr anregend und informativ.

"Meeting C++" - das hieß diesmal:
  • Über 200 Teilnehmer (inkl. Speaker)
  • 26 Vorträge (inkl. Key-Notes und Meeting-Updates)
  • 20 Speaker
  • 3 Tracks
Wie auch schon letztes Jahr war ich wieder sowohl Staff-Member als auch Speaker - und als solcher reiste ich schon am Do. Spät-Nachmittag an - der Staff wollte sich für erste Vorbereitungen und die Registrierung der ersten Teilnehmer treffen. Und natürlich um Abends in der Bar schon etwas über C++ zu fachsimpeln. Der Staff - das waren am Fr. neben dem Organisator Jens Weller noch Jörn Seger, Mete Boz, Jörg-Christian Böhme, Sascha Atrops und ich. Das folgende Bild zeigt uns alle am Do. Abend im Eingangsbereich des Lindner-Hotels, wo wir die Registrierung aufgebaut hatten. Von links nach rechts sieht man: Jörn, Mete, Jens, Jörg, Sascha und mich. Fabio aus Berlin fehlte noch, er kam erst am Freitag Morgen hinzu.

Meeting C++ 2013 - Bild 01

Fr. Morgen bauten wir unsere Registrierung wieder auf. Diesmal war auch Fabio (2-ter von links auf dem Foto unten) dabei - dafür fehlte morgens noch Mete. Jens war unter Volldampf und mußte noch vieles regeln und stand daher leider für das Foto nicht zur Verfügung,

Meeting C++ 2013 - Bild 02

Nach und nach trudelten die Teilnehmer ein. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten wir aber diesmal selbst kurz vor dem Start nicht mit langen Schlangen zu kämpfen. Die Teilnehmer verteilten sich diesmal gleichmäßiger auf ein längeres Zeitfenster, wir waren diesmal etwas besser organisiert als letztes Jahr, und wir hatten ja auch am Do. Abend schon über 50 Teilnehmer registriert.



Dafür kamen diesmal relativ viele Teilnehmer nicht pünktlich, so dass wir den Start der Meeting C++ um 30 Minuten verschieben mußten. Zum Glück hatte Jens schon im Vorfeld einen Puffer in die Zeitplanung eingebaut. Aber Stück für Stück trudelten dann doch wohl alle Teilnehmer ein, und die Konferenz konnte mit dem ersten Meeting-Update und der Key-Note beginnen.

Meeting C++ 2013 - Bild 03
(Foto Sascha Atrops)



Jens startete die "Meeting C++" mit einer kurzen Einleitung, in der er neben der obligatorischen Begrüßung vor allem die organisatorischen Dinge vorstellte: Räume, Getränke, Essen, usw.

Meeting C++ 2013 - Bild 04



Danach kam die Key-Note mit Eric Niebler - Thema: "C++11 and No-Compromise Library Design".

Meeting C++ 2013 - Bild 05

Zuerst erzählte Eric von dem wichtigsten Satz seines Berufslebens, mit dem ihn sein erster Chef "Terry Lahman" stark geprägt hatte: "Eric, every now and then, I'm going to come into your office and ask you what you're working on that I don't know about. You should always have something to tell me.". Dieser Satz hatte ihn dazu bewogen, während der Arbeitszeit neben seiner eigentlichen Arbeit mit der Entwicklung einer Regular-Expression-Bibliothek zu beginnen. Über den internen Einsatz und die dann folgende Veröffentlichung bei Boost wurde sie immer bekannter und wurde letztlich das Vorbild für die Reg-Ex-Lib im C++11 Standard. Ein kleiner Satz hat so viel bewirkt.

Wer die ganze Story im Detail lesen will - er findet sie im Blog von Eric Niebler.

Danach ermunterte Eric das Publikum, selber Bibliotheken zu entwickeln und diese dann in Boost einzubringen oder für die Standardisierung vorzuschlagen. Die Größe der C++ Standard-Bibliothek ist sicher ein Manko der Sprache, da viele wichtige Themen nur durch 3-party Libs abgedeckt werden können.

Und so schlug Eric dann den Bogen zu seinem eigentlich Thema, dem Bibliothks-Design ohne Kompromisse. Hier ging er zuerst auf Funktionen ein, und betrachtete wie gute Schnittstellen auszusehen haben. Interessant war hier vor allem die Erkenntnis, dass man in C++11 Elemente immer per Kopie übergeben sollte, wenn die Funktion eine Senke für das Objekt darstellt. Denn dann wird ja Move-Semantik verwendet, und man bekommt die beste Performance (Ich werde das Thema mal in einem Artikel detailierter beleuchten). Danach wechselte er zu Klassen-Design und ging am Schluß noch auf Modul-Design ein. Hier waren seine Ausführungen zu Namespaces zur Versionierung und Inline-Namespaces für die aktuelle Version sehr spannend und aufschlußreich.

In der Gesamtheit eine spannende und interessante Key-Note mit einigen Ideen und Einsichten für die eigene tägliche Arbeit. Und dabei auch sehr gut vorgetragen.



Während die Key-Note im großen Saal für alle Meeting C++ Teilnehmer war, liefen ab nun drei Tasks parallel. Wir als Staff mußten uns auch aufteilen, immer 2 Staff-Member pro Vortrag. Von daher konnte keiner der Staff-Member seine Vorträge frei wählen - wir mußten uns untereinander abstimmen. Aber unterm Strich konnte doch jeder wenigstens die Vorträge hören, die ihm am Wichtigsten waren.

Ich fand mich nach der Key-Note im Vortrag "Scaling with C++11" von "Edouard Alligand" ein.

Meeting C++ 2013 - Bild 06

Die These seines Vortrags war das Skalierung kein Feature ist, sondern von Anfang an in der Architektur bedacht werden muß. Im Gegensatz zu echten Features kann man Skalierung nicht hinterher noch in ein Programm andocken, wenn es nicht von vorne herein bedacht wurde. Dazu gehört dann u.a. das die Architektur vorsieht, dass mehrere Threads nicht-blockierend arbeiten können. Edouard stellte mehrere Architekturen vor, die solche Eigenschaften unterstützen, und stieg danach tiefer in das Thema "Blockierungen" ein.

Ein Problem ist, dass es oft nicht einfach ist, blockierende Aufrufe zu sehen und/oder sie nicht-blockierend umzusetzen. Edouard nahm sich als Beispiel File-IO vor, und zeigte, dass selbst scheinbar funktionierende File-IO Implementierungen mit mehreren Threads blockierendes Verhalten zeigen. Solche Dinge solle man nicht selber machen, sondern sie dem Betriebssystem überlassen.



Der nächste mit von mir betreute Vortrag war ein echtes Experten-Thema: "Ábel Sinkovics" referierte über "Boosting MPL with Haskell Elements Meta.Monad". Aufgrund des Experten-Themas war dies auch einer der am wenigsten besuchtesten Vorträge auf der Konferenz. Für mich war der Vortrag aber besonders spannend, da ich ja selber auch einen Einsteiger-Vortrag über Meta-Programmierung in C++ halten würde.

Meeting C++ 2013 - Bild 07

Was Ábel hier vorstellte, ging aber weit über das Thema meines Vortrags hinaus. Er stellte die Bibliothek "Meta-Monad" vor, die sich auf die MPL von Boost aufsetzt und sie um weitere Haskell-Features wie "Just", "Nothing", "Any" oder "MayBe" erweitert. Außerdem ging Ábel detailierter auf Lazy-Evaluierung ein, und zeigte auch die Kosten hiervon.

Insgesamt ein sehr interessanter, aber auch abgedrehter Vortrag mit vielen spitzen Klammern...



"Peter Sommerlad" mit dem Thema "Simpler Code trough C++11" war dagegen ein Thema für jedermann - und das in zweierlei Hinsicht: der Vortrag setzte nur wenige Grundkenntnisse voraus, und war auch ganz klar an die Masse der C++ Programmierer gerichtet, die mit C++11 ihren Code einfacher gestalten wollen. Und so lief dieser Vortrag im großen Saal und war auch entsprechend stark besucht.

Meeting C++ 2013 - Bild 08

Peter, Mitglied des C++ Standardisierungs-Komitees und Prof. an der Schweizer Hochschule HSR (Rapperswil), gewann die Anwesenden direkt mit seiner Ankündigung, dass er und seine Studenten intensiv daran arbeiten, die Eclipse IDE (mit dem CDT) für C++ Entwickler so komfortabel und leistungsfähig zu gestalten, wie sie für Java-Entwickler ist. Leider ist dies nur die halbe Wahrheit, denn viele der der Eclipse-Plugins, die am HSR erstellt werden, sind kommerziell und nur für entsprechende Preise zu bekommen. In der Java Welt bekomme ich das alles problemlos so.

Trotzdem, Peter machte einen richtig guten plakativen Vortrag. Immer wieder stellte er Probleme und Fallen vor und fragte, wer denn schon mal in eine solche getappt sei. Und natürlich gehörte er selber immer zu denen, die dabei aufzeigten (siehe Bild oben). Und dann zeigt er, wie man es in C++11 richtig macht. Und stellte dabei viele einfache Do's und Don'ts auf. Klare Regeln (wie kein new und kein delete nutzen, Regel-der-0, usw.), und das dann noch auf den Folien plakativ mit Verbots- und Gebots-Schildern unterlegt - sehr schön.

Ich selber habe zwar nichts Neues gelernt, mich aber über den Vortrag köstlich amüsiert. Zum einen gefiel mir seine extrovertierter Vortragsstil sehr gut, und wie er versuchte die Leute mitzunehmen. Zum anderen zeigte der Vortrag, dass mit konsequenter Nutzung von C++11 viele Fallen von C bzw. C++03 der Vergangenheit angehören. Und dieses Wissen unter die Programmierer zu bekommen ist in meinen Augen ganz wichtig.



Das war es dann für den ersten Tag. Nach dem Abend-Essen ging es in die Bar - doch davon berichte ich unten noch ein bisschen. Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter...



"Christophe Henry" stellte in seinem Vortrag "Asynchronous programming using the Boost MSM Library" das asynchrone Programmier-Modell vor, und nutze dafür die von ihm selbst entwickelte Meta-State-Machine "Boost.MSM".

Meeting C++ 2013 - Bild 10

Seine These: Programme mit Status - und welches ist das nicht - benötigen eine State-Machine. Und nicht irgendeine, sondern natürlich eine einfach zu nutzende, leistungsfähige und vor allem nicht-blockierende State-Machine (erinnert uns das nicht an den Vortrag von Edouard Alligand?) - wie z.B. "Boost.MSM".

Klar ist, wenn die State-Machine nicht blockiert, dann kann das Programm prinzipiell skalieren. Das klingt gut.

Klar ist auch, wenn ein Programm viele Status und Status-Übergänge hat, dann sollte man dies ordentlich dokumentieren (z.B. in mit UML) und dies auf keinen Fall händisch programmieren.

Boost.MSM nutzt C++ Template-Meta-Programmierung, und ermöglicht es dem Programmierer seine Status- und Status-Übergänge direkt als interpretierbare Tabelle in den Quelltext zu schreiben. Damit bekommt das Programm ein klares Design und enthält ohne zusätzliche Aufwände direkt eine Art UML-Dokumentation. Was will man mehr?

Christophe führte dies am Beispiel eines CD-Players vor, dessen GUI er mit Qt umgesetzt hatte. Der Erfolg gibt ihm Recht: kurzer übersichtlicher Quelltext mit implizter Dokumentation. Für uns heißt das: State-Machine nutzen und "Think asynchronously".



"Boris Schäling" referierte dann über "Containers in Boost". Neben einer Kurz-Übersicht aller Container-Klassen in Boost ging er detailierter auf "Multi-Index Container", "Bimap", "Pointer Container" und "Intrusive Container" ein.

Meeting C++ 2013 - Bild 09
(Foto Sascha Atrops)

Was ich soll schreiben? Ich kenne Boris schon vom letzten Jahr (wo er zwei Vorträge über Boost.Asio gehalten hatte) und von seiner Büchern und Veröffentlichungen - immer sehr sauberes und ordentliches Handwerk. Wer eine Show mit einem Feuerwerk von Gags (wie bei Peter Sommerslad) erwartete, wird enttäuscht gewesen sein. Statt dessen ruhige sachliche Informationen - diesmal über Container in Boost - sicher auch nicht das spannenste Thema. Aber gerade deshalb umso wichtiger. Für mich war es gerade deshalb einer der wichtigeren Vorträge auf der Konferenz. Weil Boris sich mit einem für die tägliche Arbeit wichtigen Thema beschäftigt hat - Container werden immer benötigt - und hier viele Informationen transportiert hat. Danke schön.



"Marc Gregoire" belegte wiederum den großen Saal mit seinem Thema "Introduction to C++ AMP". Das Rechnen auf Grafikarten ist für viele Anwendungen der Performance-Boost - und von daher waren viele Leute interessiert wie dies mit C++ AMP möglich ist.

Meeting C++ 2013 - Bild 11

Bevor Marc näher auf AMP einging, führte er die Vorteile von Rechnen auf der Grafikkarte vor. Er simulierte zwei Wolken von Teilchen, die sich alle gegenseitig beeinflussen - also ein typisches Problem mit n^2 Komplexität. Ich habe die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf, aber mit einem einzelnen i7-Core und 400 Teilen erreichte er rund einen Frame pro Sekunde. Auf der Grafikarte seines Notebooks gerechnet konnte er bei 10.000 Teilen noch über 100 Frames pro Sekunde berechnen. Wir reden hier also nicht über einen Faktor 2 oder 3 in der Geschwindigkeit, sondern über mehrere Größenordnungen, die dadurch ganz neue Anwendungen ermöglichen, wie z.B. die Echtzeit-Bild-Manipulationen von Video-Streams aus z.B. einer Web-Cam.

Danach ging Marc auf AMP ein. AMP ist ein offener Standard, den z.B. Microsoft im Visual-Studio unterstützt. AMP erweitert C++ um zwei Schlüsselwörter, die das Auslagern von Code auf die GPU ermöglichen. Der Code, der auf der GPU ausgeführt werden soll, unter liegt dabei einigen Restriktionen wie z.B.: keine Exceptions, es sthen nicht alle Typen zur Verfügung, Funktions-Zeiger können nicht genutzt werden, usw.

So beeindruckend AMP auch war - gerade die Einfachheit mit der Marc den normalen C++ Code mit AMP auf die GPU auslagerte, war echt toll - es stellt sich die Frage was sich in Zukunft durchsetzen wird. Denn neben AMP existieren z.B. auch Cilk, Cuda, HAS oder OpenCL für dieses Thema. Ich hoffe, dass es hier keinen Wildwuchs entsteht und sich die beteiligten Firmen auf einen Standard einigen werden.



Vor dem abschließenden Meeting-Update und der End-Note stand noch mein Vortrag über "Real-Life Template Meta-Programmierung" an. Ein Einstieg in die Meta-Programmierung mit Templates in C++.

Meeting C++ 2013 - Bild 12
(Foto Sascha Atrops)

Leider hatte sich bei der Vorbereitung herausgestellt, dass 60 Minuten eben doch nicht ausreichen, neben einer Einführung viele Real-Life Beispiele zu präsentieren. Und so habe ich mich leider auf 2 Beispiele beschränken müssen. Aber erstmal startete ich mit einer Einführung: Was ist Meta-Programmierung überhaupt, und was kann man damit machen. Wie sehen einfache Strukturen wie Typ-Container, If-Else-Verzweigungen oder Iterationen in TMP aus.

Danach stellte ich zwei Real-Life Beispiele vor. Zuerst die automatische plattform-korrekte Auswahl eines Integer-Typs anhand einer geforderten Größe, danach das Suchen in einem beliebigen Container mit Hilfe des STL-Algorithmus "find" (z.B. bei einem Vektor) oder - wenn vorhanden - mit Hilfe der Element-Funktion "find" (z.B. bei einem Set) - entschieden zur Compile-Zeit vom Compiler mittels TMP.

In den Diskussionen hinterher wurde klar, was ich vorher schon geahnt hatte. Einige Zuhörer hatten selber schon viel Erfahrung mit TMP, und ich hatte ihnen nichts Neues vermitteln können. Andere fanden den Vortrag sehr abgedreht und hatten ihn zum Teil so schnell nicht vollständig verstehen können. Und wiederum andere fanden ihn genau passend. Das ist das Problem mit einem Vortrag allen sehr gemischten Zuhörern was bieten zu können. Trotzdem hoffe ich, dass die Botschaft hängen geblieben ist: TMP ist gar nicht so schwer, und für viele Probleme ein gutes Werkzeug.



Damit näherte sich die Konferenz leider schon dem Ende. Alle Teilnehmer sammelten sich im großen Saal und Jens hielt das 2-te Meeting-Update.

Meeting C++ 2013 - Bild 13

Jens berichtete nochmal von den Gründen für die Konferenz, seinem persönlichen Engagement für C++, und seinen Plänen für die Zukunft. Meeting C++ 2014 wird in Berlin statt finden, da er die Konferenz weiter vergrößern möchte - und er in Düsseldorf und Umgebung keine geeignete Infrastruktur gefunden hat. Außerdem will er alle Teilnehmer der Meeting C++ 2013 beim Voting der Themen für 2014 teilnehmen lassen - damit die Themen wirklich dem Bedarf der Community entspricht.

Am Schluß holte er alle anwesenden Staff-Member auf die Bühne (Mete fehlte leider schon), damit alle ihren verdienten Applaus bekamen. Danke - aber trotzdem - ich möchte es noch einmal wiederholen: die mit Abstand meiste Arbeit hat Jens geleistet. Die Konferenz ist einzig und allein sein Verdienst.

Meeting C++ 2013 - Bild 14



Als letzten Vortrag der Konferenz gab es die End-Note über "Aesthetics. UI. C++" von "Tony van Eerd", der zur Zeit bei Blackberry arbeitet und früher bei Adobe angestellt war.

Meeting C++ 2013 - Bild 15

Für meinen Geschmack war dies der mit Abstand schlechteste Vortrag der Konferenz (jedenfalls von denen, die ich besucht habe). Er hat fast 3 Stunden gedauert und war geführt wie ein monotones Selbstgespräch. Die Folien waren meist nur sehr karg und enthielten oft nur die gleichen Schlagwörter. Okay - es gab auch ein paar gute Seiten - aber vielleicht sollte ich von vorne beginnen...

Am Anfang wußte ich gar nicht Recht, was ich von dem Vortrag halten sollte. Es ging um Grafik und Design, und Tony zeigte Skizzen und Bilder - u.a. aus seiner eigenen Studienzeit. Okay, über Geschmack soll man nicht streiten - meine Welt waren sie nicht. Und vor allem verstand ich nicht, was das auf einer C++ Konferenz sollte.

Zu dem Zeitpunkt vermutete ich, dass er wohl ein Designer ist, der für die Oberflächen-Gestaltung zuständig ist. Es stellte sich dann aber heraus, das er schon C++ Programmierer ist. Im Laufe des Vortrags wechselte er dann auch von Oberflächen-Ästhetik auf die Ästhetik von Programmier-Schnittstellen. Der Vortrag wurde dadurch aber leider nicht wirklich besser.

Genug gelästert. Es gab auch einige echt gute Stellen im Vortrag. Die Reduzierung auf das Wesentliche im Design - mit dem Beispiel Bild von Picasso, wo man trotz minimalistischem Zeichnung trotzdem sofort den Hund erkennen konnte - war eine solche. Eine andere war seine C++ DSEL, bei der sich die GUI Elemente automatisch an den vorhandenen Platz anpaßten (bis hin zum automatischen Wechsel zwischen Combobox und Radio-Buttons) und neu gruppierten. Aber leider blieb es hier bei den kleinen Anreißern - echte Substanz (wie z.B. den Code) wollte er uns nicht zeigen.

Trotzdem, 10 Minuten hätten hierfür locker gereicht. Hätte er sich auf diese Highlights beschränkt und den Vortrag auf 10-15 Minuten reduziert - er wäre trotz seines Stils echt gut gewesen. So war er leider nur lang.



Zu den restlichen Vorträgen kann ich leider nichts schreiben. Ich hätte mir noch sehr gerne einige angehört. Rainer Grimm mit "Embedded programming with C++11" hätte mich sehr interessiert, oder Peter Gottschling mit "Productive Scientific Programming with MTL4", aber auch Chris Binder mit "Efficient Team Development for C++ Projects" oder John Thomas mit "UI prototyping and development for multiple devices in C++". Ganz zu schweigen von Glyn Matthews mit "Modern C++ Network Programming" oder Sven Johannsen mit "STL-11". Und eigentlich alle anderen auch...

Aber so ist das nun mal. Man kann nicht alles hören und man muß sich entscheiden.



Und ansonsten?

Nun, die Vorträge sind natürlich nicht das einzig Wichtige an einer Konferenz. Die Gespräche zwischendurch und Abends in der Bar - der Austausch von Ideen mit Gleich-Interessierten - das ist die zweite wichtige Erfahrung auf allen Konferenzen. Das war hier nicht anders. Schon Do. Abend hatten wir manches interessante Gespräch während der Registrierung und Abends in der Bar. Zwischen den Vorträgen war da oft nicht soviel Zeit für den Staff, aber der Fr. Abend war dann wieder sehr interessant. Eine Zeitlang habe ich mich mit Eric Niebler unterhalten, und danach hatten wir in einem größeren Kreis lange Diskussionen über kleine und große Themen für die C++ Standardisierung. Da mehrere Member des Standard-Komitees Teil der Diskussion waren (u.a. Peter Gottschling), konnte ich auch einige Wünsche und Ideen direkt anbringen. Selbst wenn mein wichtigster Wunsch - eine weitere Vereinfachung der Lambdas in der Art des kommenden Java 8 keine Unterstützung in der Gruppe fand.

Das Essen Mittags und die kleinen Snacks zwischendurch waren wie eigentlich immer gut. Sie boten den Rahmen für viele Diskussionen zwischen den Vorträgen.

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(Foto Sascha Atrops)

Das Hotel selber war okay. Ein bisschen schade war, dass der Vortragsraum für einen der Tasks in einem anderen Stockwerk und etwas abseits lag. Selbst Kaffee und die Snacks zwischendurch wurden nicht direkt an den Vortragsräumen gereicht, und das Mittagessen gab es dann auch im Restaurant im Erdgeschoß. So verteilte sich die Konferenz manchmal recht stark im Hotel - gerade für die ausstellenden Sponsoren war dies sicher nicht vorteilhaft. Man muß sich aber auch klar machen, dass es nicht einfach ist für über 200 Leute ideale Räumlichkeiten anzubieten. Immerhin war das Hotel sehr gut organisiert und hatte z.B. entsprechende Wegweiser zur Verfügung gestellt.

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(Foto Sascha Atrops)

Meeting C++ 2013 - Bild 21
(Foto Sascha Atrops)

Auch die Zimmer im Hotel waren sehr schön. Wir Staff-Member hatten das Glück, dass unsere Zimmer in einem neu renovierten Teil des Hotels lagen, und hell und freundlich eingerichtet waren.

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Wie schon letztes Jahr haben wir die Vorträge auf Video aufgenommen, um sie im Internet zu veröffentlichen. Aber wie schon letztes Jahr waren wir nicht sehr erfolgreich. Das Bild ist zwar ganz okay, der Ton aber wieder miserabel bis vollkommen unverständlich. Wie schon letztes Jahr hatten wir keinen Zugriff auf die Mikrofon-Anlage des Hotels und haben daher nur mit dem eingebauten Mikrofon der Web-Cam aufzeichnen können. Und das bringt einfach nichts. Tut mir leid - die Vorträge werden sich daher nicht als Video im Web wiederfinden.

Unabhängig von der Konferenz - hatte mir Michael Wong von dem Aufwand erzählt, den sie bei den Video-Aufnahmen bei der Going-Native in den USA getrieben hatten: mehrere Kameraleute und Tontechniker bei jedem Vortrag, professionelles Equiqment, Test-Aufnahmen, vorher mit den Speakern abgeklärt welche Kleindung (Farben) sie tragen sollten und welche Bereiche sie begehen dürfen, usw. Die Ergebnisse sprechen für sich - aber das sprengte unsere Möglichkeiten leider bei weitem.



Unterm Strich war die Meeting C++ 2013 ein voller Erfolg, mit vielen interessanten Vorträgen, neuen Erkenntnissen, neuem Wissen, und neuer Motivation. Ich freue mich auf die Meeting C++ 2014.
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